Die Rezeption der Ideen von J.H. Pestalozzi im griechischen Raum während des 19. Jahrhunderts
DOI:
https://doi.org/10.26247/lexis.2885Abstract
Die Rezeption der pädagogischen Ideen vom großen Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) und der dadurch ausgeübte pädagogische Einfluss auch im griechischen Raum während des 19. Jahrhunderts ist von besonderem Interesse für die pädagogischen Angelegenheiten jener Zeit und sicherlich für die Gestaltung der neugriechischen Pädagogik.
Adamantios Korais (1748-1833), eine führende Persönlichkeit der neugriechischen Aufklärung, war derjenige, der schon 1809 zum ersten Mal im griechischen Raum den Namen und das Werk des großen Schweizer Pädagogen bekannt machte. Fast parallel zu den Initiativen der griechischen Aufklärer bewegte sich auch Ioannis Kapodistrias (1776-1831), dem bewusst worden war, dass das griechische Volk insgesamt die Bildung benötigte, um seine Freiheit beanspruchen zu können. Gleichzeitig hat er besonderes Interesse für Pestalozzis Werk ausgedrückt. Das gleiche Interesse hatte Kapodistrias auch fürs Werk des Schülers von Pestalozzi, des Adligen und Politikers Philippe-Emmanuel von Fellenberg (1771-1844). Ottos Monarchie mit der Regentschaft, die der Ermordung Kapodistrias folgte, hat den Transfer nach Griechenland des eingleisigen bayerischen Bildungssystems mit Elementen aus den neohumanistischen und klassizistischen Strömungen jener Zeit auferlegt und dadurch endgültig die Bewegung des Philanthropismus überschritten.