Schreiben im hybriden Sprachraum: Herta Müllers „transkulturelle“ Texte

Autor/innen

  • Christina Markoudi

DOI:

https://doi.org/10.26247/lexis.2886

Abstract

Folgender Artikel beschäftigt sich mit dem hybriden Schreiben Herta Müllers. Die Texte sind zwar auf Deutsch verfasst, weisen jedoch keine monolinguale Textkohärenz auf. Der Idiolekt der Autorin basiert auf der Verwendung fremdsprachlicher Interferenzen innerhalb ihrer Texte: ungarische, russische, slawische und schwäbische Wörter und Phrasen aber auch häufige Sprachvergleiche zwischen der deutschen und rumänischen Sprache durchziehen die Müllersche Narrative und erzielen permanente Irritationen und Brechungen. Im Text werden über die literarischen Figuren die Verflüssigung von Identitäten und Aspekte des Selbst verhandelt, mit denen sich das postmoderne Individuum auseinandersetzt. Die Autorin stilisiert literarische
Grenzgänger am Limit des menschlichen Seins, die einem enormen politischen Druck, Verfolgung, Bedrohung und häufig einer permanenten Angst ausgesetzt sind. Das Müllersche Prosawerk zeigt ausgehend von einer kulturellen Überschneidungssituation multiple Möglichkeiten der Selbstkonstitution des Individuums auf. Daher besteht die Notwendigkeit das Werk Herta Müllers aus einer „transkulturellen“ und intertextuellen Perspektive zu betrachten um die Artikulierung des Schwellendaseins der Autorin und ihrer literarischen Figuren, ihre Mehrsprachigkeit und kulturelle Mehrfachzugehörigkeit zu erfassen.

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Veröffentlicht

2026-04-03

Ausgabe

Rubrik

Άρθρα